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Menschenhandel mit Minderjährigen
München, 15. Juli 2011
JADWIGA Bayern und ECPAT Deutschland veranstalten Netzwerktreffen für Fachleute am 14. und 15. Juli 2011 im CVJM Haus in München.
Ein aktuelles Thema: Im Februar 2011 wurden am Münchner Flughafen zwei Männer festgenommen, die in Haiti ein angebliches Kinderhilfsprojekt dafür nutzten, Jungen nach Deutschland zu bringen und sie hier in die sexuelle Ausbeutung zu verkaufen. Sie hatten einen zehnjährigen Jungen dabei, ihm blieb das Schicksal hier in Deutschland erspart. Nicht nur Kinder und Jugendliche aus dem Ausland, vor allem aus Bulgarien, Rumänien und Nigeria werden nach München in die Prostitution gebracht, auch deutsche Jugendliche sind betroffen.
Ziel des Netzwerkstreffens war es, Mitarbeitende von Polizei, Jugend- und Sozialbehörden sowie Hilfseinrichtungen für das Thema zu sensibilisieren und zu vernetzen. Die Veranstaltung wurde von einem qualifizierten multiprofessionellen Trainerteam geleitet und durch regionale Experten mit Kurzvorträgen unterstützt. Der Erfahrungsaustausch des Treffens soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtern und dadurch die Hilfe für die Betroffenen in Bayern verbessern.
Hintergrundinformation
2009 waren laut Menschenhandelslagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) 20 % von insgesamt
710 überwiegend weiblichen Opfern von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung
minderjährig. Davon waren 41 Opfer Kinder unter 14 Jahren und auch aus Deutschland.
Auch in der Arbeit der bayerischen Beratungsstellen JADWIGA haben immer wieder Fälle
von minderjährigen Opfern, sowohl Mädchen bzw. junge Frauen als auch junge Männer.
In den letzten zehn Jahren die Zahl minderjähriger Opfer stetig angestiegen. Wir
müssen davon ausgehen, dass viele Opfer nicht als solche erkannt werden und die
tatsächliche Zahl viel höher ist. Um minderjährige Opfer von Menschenhandel
zu identifizieren, sind Vorkenntnisse und ein sensibles und vertrauensschaffendes
Vorgehen nötig. Die Opfer benötigen besondere Unterstützung und
angemessene Fürsorge und Betreuung.
Im Rahmen der internationalen Kampagne "Stoppt Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen" von ECPAT International und dem internationalen Kosmetikkonzern The Body Shop, organisiert ECPAT Deutschland e.V. bundesweite Netzwerktreffen zur Bekämpfung von Menschenhandel mit Minderjährigen.
Veranstalter
ECPAT Deutschland e.V. - Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder gegen sexuelle
Ausbeutung - ist ein bundesweiter Zusammenschluss von 29 Institutionen und Gruppen.
Die Organisation engagiert sich in verschiedenen Arbeitsbereichen (Politik, Justiz,
Wirtschaft und Bildung) und führt in Zusammenarbeit mit staatlichen und
nicht-staatlichen Organisationen Kampagnen und Projekte zur Sensibilisierung
der Öffentlichkeit, zur Entwicklung von Präventivmaßnahmen und
zur Schaffung von rechtlichen Grundlagen zum Schutz der Kinder durch. Weitere
Information finden Sie unter www.ecpat.de.
ECPAT Deutschland ist Mitglied von ECPAT International. ECPAT Deutschland e.V./ECPAT International (End Child Prostitution, Pornography and Trafficking in Children for Sexual Purposes).
JADWIGA
Die bayerischen Fachberatungsstellen JADWIGA in München, Nürnberg
und Hof setzen sich für die Rechte der Opfer von Frauenhandel ein. Sie bieten
umfassende Unterstützung und Hilfen für die Betroffenen in Krisensituationen an.
Dazu zählen die Beratung und Unterstützung bei:
- persönlichen Problemen
- Besuchen von Behörden und Ämtern
- sozialen, medizinischen sowie
- rechtlichen Fragen
- Aufenthaltsproblemen
- der Rückkehr ins Heimatland und
- die Hilfe für Zeuginnen in Strafprozessen
Über die Veröffentlichung würden wir uns freuen!

Juliane von Krause
Geschäftsführerin
STOP dem Frauenhandel Ökumenische gGmbH
Schwanthalerstr. 79
80336 München
Telefon 089 38534454
Telefax 089 54321937
juliane.vkrause@jadwiga-online.de
www.jadwiga-online.de

